Click & Collect – Was Leica zur Kultmarke macht

assets Magazin: Leica
LEICA I MOD. A LUXUS
Vor allem in Asien sind alte, analoge Leicas heiß begehrt.

Die Erfindung einer „Liliputkamera“ war die Geburtsstunde von Leica. Heute ist die Marke längst legendär, begeistert Smartphonebesitzer und verzückt Sammler mit höchsten Preisen für Vintageteile.

Es sind Bilder wie diese, die sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben: der Matrose, der auf dem Times Square eine Krankenschwester küsst. Das Porträt des Revolutionärs Che Guevara aus dem Jahr 1960. Oder der „California Kiss“ von Elliott Erwitt. Was diese Bilder neben ihrer Berühmtheit noch gemeinsam haben: Sie wurden mit einer Leica fotografiert. Dass die Marke des hessischen Kameraherstellers selbst zum Kult wurde, verdankt sie Oskar Barnack. Der Feinmechaniker war begeistert von der Naturfotografie, aber wegen seines Asthmas nicht in der Lage, die damals großen und schweren Kameras zu transportieren. „Also entwickelte er aus dieser Not heraus die erste Kleinbildkamera – die er als Liliputkamera bezeichnete – und legte damit den Grundstein für die Reportagefotografie“, sagt Alexander Sedlak, Geschäftsführer von Leica Camera Österreich.

assets Magazin: Alexander Sedlak, Leica
Alexander Sedlak leitet die beiden Leica-Filialen in Österreich:
„Wir sind uns bewusst, dass wir ein wertvolles Erbe pflegen müssen.“

Innovativer Geist

Was Leica auszeichnet, sind sicher der hohe Qualitätsanspruch sowie der innovative Geist, welchen man bis heute in deren Kameras findet. Nicht umsonst wurde die Marke zum Synonym für ikonische Kameras mit außergewöhnlicher Verarbeitungsqualität. Und der Kamerahersteller bietet etwas, was man bei anderen Produzenten mitunter vergeblich sucht. Kameras, Objektive und Zubehör weisen eine hohe Systemkompatibilität auf und lassen sich oft sogar mit Teilen aus mehreren Jahrzehnten kombinieren.

Ein weiteres Erfolgsgeheimnis liegt im direkten Austausch des Unternehmens mit seinen Kunden und der Fangemeinschaft. „Wir sind uns bewusst, dass wir ein wertvolles Erbe haben, das es zu pflegen gilt“, erklärt Sedlak dazu. Fester Bestandteil der Markenkultur sind die vielfältigen Aktivitäten des Unternehmens zur Förderung der Fotografie. Dazu zählen neben den weltweit vertretenen Leica-Galerien und Leica-Akademien auch der Leica Hall of Fame Award sowie der Leica Oskar Barnack Award (LOBA). Dieser gilt als einer der innovativsten Förderpreise für Fotografie, dessen Gewinnerserien im Rahmen von Wanderausstellungen weltweit in Leica-Galerien und ausgewählten Foto-Festivals zu sehen sind. Nicht zu vergessen das weltweite Netzwerk eigener Leica-Retail-Stores, auch Wien hat zwei davon.

Handyfotos als Konkurrenz?

Im Digitalisierungsschub und der Masse an Handyfotos sieht der Leica-Geschäftsführer sogar einen Vorteil: „Vor 30 Jahren war für die Fotografie noch viel Fachkenntnis nötig. Durch die Smartphones hat die breite Masse einen Zugang dazu bekommen. Für uns ist das die Chance, neue Kunden zu erreichen, die sich für Fotografie interessieren.“ Mitte der 2000er-Jahre schien Leica noch hinterherzuhinken. Die Digitalfotografie entwickelte sich zu rasant, um mit neuen Produkten langfristig hohe Qualität gewährleisten zu können. Inzwischen hat Leica nach Aussagen von Sedlak jedoch maßgeblichen Anteil an der digitalen Evolution der Fotografie. „Wir nutzen die neuen digitalen Möglichkeiten, um die Vorteile der Smartphones mit der hohen optischen Qualität unserer Kameras zu kombinieren. So haben wir mit unserer Leica Fotos App einen Workflow zwischen den Smartphones und den Leica-Kameras geschaffen, welche das sofortige Ansehen, Bearbeiten und Teilen von mit einer Leica gemachten Fotos am Smartphone einfach möglich macht“, so Sedlak.

Analoger Hype

Parallel zur digitalen Entwicklung in die Zukunft hat die analoge Reise in die Vergangenheit eine ähnlich große Bedeutung. Gemeint sind der Run auf die Vintage­kameras und der Hype um die analogen Modelle des Unternehmens. Für eine Leica M3, eingeführt in den 1950er-Jahren, zahlen Fans oft mehrere tausend Euro, die Preise steigen kontinuierlich. „Besonders im asiatischen Raum sind unsere analogen Kameras sehr begehrt, dort haben sich historische Leicas als Anlageobjekt etabliert und es hat sich eine große Sammler-Community gebildet“, meint der Geschäftsführer.

In Österreich können sich die Fans der Marke heuer übrigens auf zusätzliche Angebote freuen. Worum genau es sich handelt, will der Leica-Manager allerdings noch nicht im Detail verraten. Wer die Marke kennt, weiß allerdings: Egal ob neuer Shop, Galerie oder Akademie – den höchsten Ansprüchen der Fotografie-Fangemeinde wird die Neuheit auf jeden Fall gerecht werden.

Fakten

Das Unternehmen:
Leica ist in Österreich mit der Leica Camera Austria GmbH und der Leica Camera Classics GmbH vertreten – beide haben jeweils ca. 20 bis 25 Mitarbeiter. Alexander Sedlak ist Geschäftsführer von beiden GmbHs.

Der Leica Store Wien Oper ist ein Neuwarengeschäft, das Vintagegeschäft befindet sich im 7. Bezirk. Die Leica Camera Classics GmbH organisiert zweimal im Jahr die Leitz Photo­graphica Auction in Wien (die nächste am 12. Juni), die weltweit renommierteste Auktion im Bereich Vintagekameras.

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