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Luxus-Trend Schreibgeräte

In den letzten Jahren hat sich der Luxusmarkt durchweg besser entwickelt als die mittleren Preissegmente – und zwar weltweit. Gerade in Zeiten steigender Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheiten investieren immer mehr Menschen ihr Geld in Kunst, Uhren, Schmuck, Whisky und Handtaschen. Auch Luxus-Schreibgeräte gehören in diese Kategorie.

Neben der Wertentwicklung stimmt auch die Nachfrage: Das internationale Marktforschungs-Unternehmen The Insight Partner hat 2022 ermittelt, dass der Markt für exklusive Schreibgeräte durchschnittlich um 5% pro Jahr wächst. Im Jahr 2021 betrug der weltweite Umsatz in diesem Segment 2.338,78 Mio. US-Dollar. Bis 2028 soll er um weitere 40 Prozent auf 3.287,53 Mio US-Dollar wachsen. 

Zu diesen Marktdaten passt auch eine Meldung des Londoner Nobelkaufhauses Selfridges. Demnach sind Luxus-Schreibgeräte und edle Schreibutensilien derzeit echte Verkaufsschlager. Ihr Absatz liege so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Gleichzeitig steigen auch die Werte der Spitzenstücke. Dieser Markt wird zunehmend mit ausgefalleneren Modellen im fünf- bis sechsstelligen Preissegment bedient. Schreibgeräte in dieser Kategorie sind echte Kunstwerke. Der wohl teuerste Füllfederhalter der Welt, der „Fulgor Nocturnus“ von Tibaldi, wurde 2010 bei einer Auktion in Shanghai für sagenhafte acht Millionen US-Dollar versteigert.

Woher kommt diese Entwicklung? 

Als Gegengewicht zur zunehmenden Digitalisierung haben kultur- und stilbewusste Menschen die klassische Handschrift als Ausdruck ihrer Persönlichkeit neu entdeckt. Darunter sind auch viele Geschäftsleute. Aus Sicht der Händler ist der derzeitige Boom darauf zurückzuführen, dass edle Schreibgeräte zu unverkennbaren Statussymbolen geworden sind, vergleichbar mit kostbaren Armbanduhren. 

Dabei wirken solche Füllfederhalter selten protzig. Sie folgen dem neuen ‚alten‘ Trend des Quiet Luxury, der eher dezent auf den gehobenen Status des Besitzers hinweist. 

Hinzu kommt, dass Luxus-Schreibgeräte meist in kleineren Auflagen produziert werden als viele andere Luxusgüter. Weil Seltenheit bei Luxus von jeher eine entscheidende Rolle spielt, sind edle Füllfederhalter geradezu prädestiniert. als potenzielle Wertanlage. Eine ausgeklügelte Technik und edelste Materialien verstärken ihre Begehrlichkeit.

Besonders deutsche Hersteller haben sich in diesem Segment einen Spitzenplatz erobert. Sie punkten mit langer Tradition, hohen feinmechanischen Standards, Spitzenqualität, Authentizität und echter Handwerkskunst.

 Montblanc, Waldmann, Faber-Castell und Pelikan gehören zu den bekanntesten deutschen Marken im Spitzensegment. Dabei kooperieren die Hersteller zum Teil auch mit anderen Luxusmarken, um ihr Leistungsniveau weiter zu steigern.

Der Marktführer Montblanc brachte beispielsweise zusammen mit dem französischen Juwelier Van Cleef & Arpels bereits im Jahr 2007 die Edition Mystery Masterpieces in einer Gesamtauflage von nur 9 Exemplaren auf den Markt. Die Füllfederhalter wurden in drei verschiedenen Versionen angeboten und reichlich mit hochwertigen Edelsteinen bestückt. Der Ausgabepreis betrug ca. 565.000 US-Dollar. Heute werden sie für über 700.000 US-Dollar gehandelt.

Bei diesen gehobenen Preisen spielen auch die dahinter stehenden Geschichten eine entscheidende Rolle. Deshalb hat die Manufaktur Waldmann zwei Füllfederhalter-Editionen auf den Markt gebracht, in die Originalschriftstücke von Agatha Christie (38 Exemplare) und von Sherlock Holmes-Erfinder Arthur Conan Doyle (23 Exemplare) eingearbeitet sind. Beide Editionen wurden zusammen mit der Luxusmarke Sekrè* entwickelt, die sich auf solche Original-Artefakte in Luxusgütern spezialisiert hat. Die Füllfederhalter beider Editionen kosten 21.000 US-Dollar pro Stück. Auch der Pen of the Year 2012 Diamanten-Edition aus 18karätigem Gold von Graf von Faber-Castell ist mit einer Gesamtauflage von nur zehn Exemplaren äußerst rar. Sein Ausgabepreis: Je 80.000 US-Dollar.

Welche Schreibgeräte eignen sich besonders gut als Wertanlage?

Nur die hochwertigsten und seltensten Füllfederhalter haben langfristig die Chance auf eine Wertsteigerung. Neben unverwechselbaren Merkmalen spielt eine kunstvolle und liebevolle Verarbeitung bis ins Detail eine wesentliche Rolle. Gewöhnliche Füller, die nur durch ihr äußeres Dekor auffallen, gehören nicht dazu.

Kapitalanleger verwenden ihre wertvollen und exquisiten Schreibwerkzeuge jedoch oft nicht in der Praxis. Denn das hat in der Regel eine hohe Wertminderung zur Folge. Erfahrene Investoren ‚bunkern‘ ihre Luxus-Schreibgeräte originalverpackt im Tresor oder im Bankschließfach. Echte Sammelobjekte sollte man ausschließlich in autorisierten Fachgeschäften oder auf renommierten Fachauktionen erwerben. Vermeintliche Schnäppchen aus dem Internet können sich leicht als Fälschungen entpuppen.