Airlines: Marktkapitalisierung sinkt dramatisch

assets Magazin: Delta Airlines
Foto © Delta Airlines

Die Zahl der CoVid-19-Fälle steigt und schon befinden sich die weltgrößten Fluggesellschaften wieder im Sinkflug. Laut einer Erhebung des Wirtschafts-Portals BuyShares ist die Marktkapitalisierung der sechs umsatzstärksten, börsenotierten Fluggesellschaften der Welt (Delta Air Lines, American Airlines, Lufthansa Group, United Airlines, Air France und International Airlines Group) seit Juni um insgesamt 12 Mrd. US Dollar eingebrochen.

Die Fluggesellschaften sind noch weit von Gewinn und Umsatz vor der Pandemie entfernt. Lukrative Auslastungs-Garanten wie Geschäftsreisen bewegen sich deutlich unter dem Niveau 2019. Die wachsende Zahl von COVID-19-Fällen, Ängste vor neuen Reisebeschränkungen aufgrund der Delta-Variante und Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Erholung führten zum neuerlichen Rückschlag in den Aktienkursen der Fluggesellschaften.

Die Luftfahrtindustrie ist eine der am stärksten von der Pandemie betroffenen Branchen, ihr Aufschwung hängt sehr eng mit Lockerungen der globalen und regionalen COVID-19-Beschränkungen zusammen. Darüber hinaus sind die Airlines mit höheren Kosten vor allem bei Personal und Treibstoff konfrontiert. Allein die großen US-Fluggesellschaften erhielten während der Pandemie etwa 50 Milliarden US-Dollar aus einer Reihe von staatlichen Rettungsaktionen und Zuschüssen – das meiste davon wurde benötigt, um die Gehaltszahlungen leisten zu können.

Entsprechend hart treffen die Ängste vor neuen Reisebeschränkungen und der dritten Pandemiewelle die Branche. Daten von YCharts-Daten zeigen, dass die drei großen US-Fluggesellschaften am stärksten betroffen sind. Ihre Marktkapitalisierung sank seit Juni um insgesamt 9,2 Milliarden US-Dollar. Delta Air Lines erleidet den größten Einbruch in diesem Zeitraum mit einem Verlust von fast 4,3 Milliarden US-Dollar. United Airlines und American Airlines folgen mit einem Rückgang der Marktkapitalisierung um 3,07 Mrd. US-Dollar bzw. 1,86 US-Dollar. Noch dramatischer ist der Wertverlust der Airlines, wenn man den Vergleichszeitraum ausdehnt: Im März lag der Wert der Aktien der drei Unternehmen bei insgesamt 56,2 Mrd. US-Dollar – um 12 Mrd. US-Dollar mehr als vor zwei Wochen.

Den europäischen Fluglinien geht es kaum besser. Hier führte vor allem ein Vorschlag der deutschen Kanzlerin zu einem dramatischen Kursrutsch in den letzten Junitagen. Damals hat Angela Merkel über Reisebeschränkungen für Bürger aus Großbritannien nachgedacht, um die Delta-Variante einzudämmen. Die klassischen Tourismus-Länder in der EU protestierten zwar scharf, aber allein die Möglichkeit neuer Beschränkungen riss die Kurse der Airlines in die Tiefe. Am härstesten traf es British Airways, die gemeinsam mit der Iberia an den Börsen als International Airline Group IAG firmiert. Als Merkels Überlegungen öffentlich wurden, fiel der Aktienkurs um 6%. Zwar gab es eine Erholung, nachdem klar wurde, dass Merkels Standpunkt nicht mehrheitsfähig ist, trotzdem lag die Marktkapitalisierung des Unternehmens Ende Juni mit 11,9 Mrd. Dollar um fast 1,8 Mrd. Dollar unter dem langjährigen Juni-Schnitt. Zudem weist ein Zwischenbericht über die ersten drei Quartale des schiefen Geschäftsjahres bis 31.03.2021 einen Anstieg der langfristigen Schulden der IAG auf 19,5 Mrd. Dollar aus. Die Lufthansa Group verlor in diesem Zeitraum 1,05 Milliarden US-Dollar, der Gesamtwert ihrer Aktien sank von 7,6 Milliarden US-Dollar im Juni auf 6,55 Milliarden US-Dollar Ende Juli. Air France folgt mit einem Rückgang der Marktkapitalisierung um 530 Millionen US-Dollar.

Mehr Infos unter: https://buyshares.co.uk/combined-market-cap-of-worlds-largest-airlines-plunges-by-12b-as-covid-cases-climb

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