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Jahreshauptversammlungen 2023: Lebenshaltungskosten, Klimawandel und Diversität als Top-Themen

Fidelity International („Fidelity“) hat heute zum Auftakt der anstehenden Jahreshauptversammlungen (HV) in Europa die wichtigsten Schwerpunkte bei Abstimmungen dargelegt. Dies sind die massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten, der anhaltende Fokus auf den Klimawandel und die Förderung der Geschlechtervielfalt in Vorständen.

Fidelity ist als aktiver Vermögensverwalter davon überzeugt, dass ein aktiver Dialog ein starkes Instrument zur Förderung nachhaltiger Geschäftspraktiken bei den Unternehmen ist, in die es investiert. Die Stimmabgabe bei Aktionärsversammlungen ist daher ein fester Bestandteil seiner Strategie zum verantwortlichen Investieren.

In einem Schreiben an die Vorstandsvorsitzenden von 330 Unternehmen aus allen wichtigen europäischen Indizes forderte Fidelity diese im Dezember 2022 auf, bei ihren Beschlüssen zur Mitarbeitervergütung die Grundsätze der Fairness und Gleichbehandlung zu beachten.

2021 hatte Fidelity beim Klimaschutz und der Geschlechtervielfalt Mindeststandards im Rahmen seiner Abstimmungspolitik eingeführt und arbeitet seitdem unermüdlich gemeinsam mit seinen Portfoliounternehmen an der Erfüllung dieser Standards.

Fidelity veröffentlichte unlängst seine Leitlinien zum Schutz der Wälder, um Vorstände ab 2024 über sein Abstimmungsverhalten zur Rechenschaft zu ziehen.

Bewältigung der Lebenshaltungskostenkrise ein zentrales Anliegen von Fidelity

Fidelity erwartet von den Vergütungsausschüssen, dass sie bei der Festlegung der Gehälter von Führungskräften die Erfahrungen der Belegschaft insgesamt berücksichtigen. Es ist zu vermeiden, dass die Grundgehälter von Führungskräften stärker steigen als die der Belegschaft insgesamt. Fidelity fordert die Vorstände zudem auf, die Prämien, die im Frühjahr 2020 unmittelbar nach Ausbruch der Corona-Pandemie im Rahmen langfristiger Anreizpläne gewährt wurden, im Auge zu behalten.

Anhaltender Fokus auf dem Klimawandel und dem Erreichen des Netto-Null-Ziels

Fidelity hat sich verpflichtet, bis 2050 die Emissionen in seinen Portfolios auf Netto-Null zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Fidelity umfangreiche Investitionen in Analyseinstrumente und den Kompetenzaufbau getätigt. Darüber hinaus wird der Vermögensverwalter bei Abstimmungen auf Hauptversammlungen immer dann gegen den Vorstand eines Unternehmens stimmen, wenn dieses Fidelitys Mindeststandards im Hinblick auf Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels sowie die Offenlegung relevanter Daten nicht erfüllt. Fidelity wird zudem seine Stimmen für Dekarbonisierungsstrategien einsetzen, um den Übergang zum Netto-Nullwachstum zu fördern.

Fidelity fordert die Unternehmen außerdem auf zu erläutern, wie sich die globale Energiekrise auf die Offenlegung ihrer Netto-Null-Strategie gemäß den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) ausgewirkt hat. Ferner wirkt Fidelity darauf hin, dass Unternehmen in Sektoren, in denen aufgrund der massiv gestiegenen Energiepreise Übergewinne anfallen, davon einen angemessenen Anteil für den Ausbau der erneuerbaren Energieinfrastruktur bereitstellen, um die Energiewende zu beschleunigen.

Nicht nachlassendes Eintreten für Geschlechtervielfalt

Fidelity setzt sich nachdrücklich für Diversität in Bezug auf Geschlechter und ethnische Herkunft ein. Vielfalt und Integration können erhebliche gesellschaftliche Auswirkungen haben, sich aber auch maßgeblich und positiv auf die langfristige Wertschöpfung sowie Risikominderung von Unternehmen auswirken. Das sollte für Aufsichtsräte Motivation sein, Kandidaten mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Hintergründen für den Vorstand auszuwählen. Fidelity wird in den meisten Industrieländern den Dialog mit Unternehmen suchen, in deren Vorstand der Frauenanteil unter 30 Prozent liegt, und sich gegebenenfalls ein Votum gegen die Unternehmensleitung vorbehalten. Auf Märkten, auf denen die Diversitätsstandards noch nicht ausgereift sind, wird zunächst ein Mindestanteil von 15 Prozent angestrebt. Letztes Jahr stimmte Fidelity bei über 400 Unternehmen weltweit gegen das Management (einschließlich Stimmenthaltungen), weil es Bedenken hinsichtlich der Vielfalt im Vorstand gab.

Neue Leitlinien zum Schutz der Wälder

Im Einklang mit den strategischen Prioritäten 2023 für nachhaltiges Investieren, mit denen Fidelity einen Beitrag zum Schutz des Naturkapitals leisten will, hat das Unternehmen außerdem Leitlinien zum Schutz der Wälder veröffentlicht. Diese beinhalten einen Fahrplan für einen aktiven Dialog im Kampf gegen die Abholzung von Wäldern. Bei Unternehmen in unseren Portfolios, die unsere Mindesterwartungen nicht erfüllen, wird Fidelity ab 2024 den Vorstand bei Abstimmungen zur Rechenschaft ziehen.

Jenn-Hui Tan, Leiter des Bereichs Stewardship& Sustainable Investing, kommentiert:

„Eines der wirksamsten Instrumente, mit dem wir einen Wandel herbeiführen können, ist die Stimmrechtsausübung. Bei der anlaufenden HV-Saison werden wir unser Augenmerk auf die Unternehmensführung und Lebenshaltungskostenkrise richten. Von den massiv gestiegenen Preisen sind nicht alle Verbraucher und Unternehmen gleich stark betroffen. Uns ist auch bewusst, dass es keine für alle passende Lösung gibt und diese von den jeweiligen Umständen abhängt. Viele Unternehmen bekommen den Inflationsdruck – ob über die Energie- oder die Lohnkosten – bereits deutlich zu spüren. Dies hat erhebliche gesellschaftliche Auswirkungen, unter denen Beschäftigte und Kommunen gleichermaßen leiden und mit denen verantwortungsvoll umgegangen werden muss.“