Uhren – Es ist kompliziert …

assets Magazin: Uhren - Luminor
Luminor Chrono Monopulsante GMT Blu Notte von Panerai:
In der Keramikuhr mit dem markanten Kronenschutzbügel stecken die Anzeige einer zweiten Zeitzone, eine Gangreserveanzeige, ein Tag-Nacht-Indikator und obendrauf noch ein Chronograph, der über einen einzelnen Drücker bedienbar ist.

Im Leben gilt es, sie zu vermeiden, in der Welt der feinen Uhren hingegen genießen sie einen hervorragenden Ruf: Komplikationen. Einige Beispiele anhand aktueller Zeitmesser.

Sekunde, Minute, Stunde – wenn es um die Zeitmessung geht, dann reicht die Anzeige dieser Einheiten in den meisten Fällen vollkommen aus. Alles, was darüber hinausgeht, nennt man eine Komplikation. Dabei ist eine mechanische Uhr von Haus aus komplex. Man betrachte nur das präzise Zusammenspiel all der Zahnrädchen, der Feder, der Spirale, des Ankers durch den Saphirglasboden einer x-beliebigen Armbanduhr. Dieser Faszination kann man auch als abgeklärter Aficionado jedes Mal aufs Neue erliegen, selbst wenn man schon Hunderte von ihnen gesehen hat. Entstanden aus traditioneller Handwerkskunst, zeugt dieser mechanische „Tanz“ von einem enormen Erfindergeist und unglaublicher Innovationskraft.

Man könnte den Begriff „Komplikation“ für eine schlechte Alternative zum Begriff „Funktion“ halten – doch sollte man das Augenmerk nicht rein auf die Funktionalität richten. Schließlich verschwimmen in manchen Fällen die Grenzen zwischen Spielerei, gar Überflüssigkeit und pragmatisch-technischer Notwendigkeit.

Bestes Beispiel für Letzteres ist das Tourbillon. Puristen sind der Ansicht, dass es sich dabei nicht um eine Komplikation im herkömmlichen Sinne handelt. Tatsächlich wurde der „Wirbelwind“, so die deutsche Übersetzung des französischen Begriffs, von Abraham Louis Breguet 1795 für Taschenuhren erfunden, um die negativen Auswirkungen der Schwerkraft auf deren Ganggenauigkeit zu mindern. Es handelt sich de facto um eine schwerkraftausgleichende Hemmungsart. Dennoch hat das Tourbillon – auch wenn es längst als technisch überholt gilt – nichts von seinem ästhetischen Reiz eingebüßt. Nicht umsonst schmückt es hochfeine Zeitmesser und ist ein Beweis für das uhrmacherische Können der jeweiligen Marke, das auf diese Weise stolz präsentiert wird.

Alte und neue Klassiker

assets Magazin: Uhren - Premier
Premier B21 Chronograph Tourbillon 42 Bentley Limited Edition von Breitling

Daher verwundert es auch nicht, dass Breitling und der Luxusautomobil-Hersteller Bentley ihre fast zwei Jahrzehnte andauernde Partnerschaft mit der Lancierung einer speziellen Uhrenedition feiern: der Premier B21 Chronograph Tourbillon 42 Bentley Limited Edition. Der auf nur 25 Exemplare limitierte Edelticker verfügt über ein 42-Millimeter-Gehäuse aus Rotgold und einen transparenten Gehäuseboden aus Saphirglas, der den Blick auf das Uhrwerk mit seiner 22-karätigen Goldschwungmasse freigibt. Das Highlight sind das spezielle Chronographen-Tourbillonkaliber und der Tourbillonkäfig, die durch das Zifferblatt sichtbar sind.

assets Magazin: Uhren - Rolex
Oyster Perpetual Cosmograph Daytona:
Rolex hat seinem Top-Chronographen ein neues Antlitz aus Meteoritgestein verpasst. Dadurch wird jede Daytona zum Unikat.

Die Premier B21 Chronograph Tourbillon 42 Bentley Limited Edition weist darüber hinaus eine weitere Komplikation auf: einen Chronographen. Entwickelt, um kurze Zeitspannen zu messen, hat sich daraus eine eigene Uhrengattung entwickelt, die sich großer Beliebtheit erfreut. Bestes Beispiel dafür ist die Oyster Perpetual Cosmograph Daytona von Rolex, von Liebhabern schlicht „Daytona“ gerufen. Der 1963 vorgestellte Stopper war auf die Ansprüche von Profis des Automobilrennsports zugeschnitten. Dieser inzwischen legendäre Chronograph verfügt über eine Lünette mit Tachymeterskala (genau genommen eine eigene Komplikation) und ein Hochleistungsmanufakturwerk – das ideale Instrument zur Messung von Zeitabständen und zur Bestimmung von Durchschnittsgeschwindigkeiten. Die neuen Ausführungen der Daytona sind mit dem Kaliber 4130 ausgestattet, einem vollständig von Rolex entwickelten und hergestellten mechanischen Uhrwerk, das 2000 vorgestellt und im selben Jahr erstmals bei dem Modell eingesetzt wurde.

Ewiger Kalender in neuem Outfit

assets Magazin: Uhren - Patek Philippe
Ewiger Kalender Referenz 5236P-001:
Patek Philippe bringt die Datumsanzeige auf Linie. Das gab es bei noch keiner Armbanduhr der Traditionsmanufaktur.

Beim Thema Komplikationen kommt man nur schwer an einer anderen Genfer Uhrenmanufaktur vorbei: Patek Philippe hat des Öfteren bewiesen, dass man alle komplizierten Spielarten beherrscht, die großen wie die kleinen. Die Kollektion „Grandes Complications“ spricht für sich. Auf der diesjährigen Uhrenmesse Watches & Wonders stellte die Marke eine spezielle Form der Datumsanzeige vor. Denn mit der Lancierung der Referenz 5236P-001 verleiht Patek Philippe dem ewigen Kalender ein neues Gesicht. Sie zeigt den Wochentag, das Datum und den Monat in einer An­zeige auf einer Linie in einem länglichen Fenster unterhalb von 12 Uhr an.

Diese Art der Anzeige ist nicht ganz neu in der Geschichte der Manufaktur. Für den amerikanischen Markt wurden in der Vergangenheit bereits Taschenuhren mit der Kalenderanzeige auf einer Linie gefertigt. Die amerikanischen Kunden begeisterten sich für komplizierte Uhren, die einfach zu benützen waren und den ewigen Kalender auf einen Blick anzeigten. Eine Armbanduhr mit einzeiligem Vollkalender wie in der neuen Referenz 5236P-001 gab es jedoch noch bei keiner Armbanduhr der Manufaktur. Dafür musste eine neue, komplexe Mechanik entwickelt werden, die im Automatik­­kaliber 31-260 PS QL steckt. Dass für das Ding auch die Schaltjahre kein Problem sind, ist Ehrensache. Eine Mondphasenanzeige, auch das eine Komplikation, rundet das Gesamtbild ab.

Zweite Zeitzone

Zwei weitere nützliche – weil alltagstaug­liche – Komplikationen finden sich bei einem brandneuen Modell von Panerai (mal abgesehen von der Chronographenfunktion, die unter anderem auch mit an Bord ist): Zum einen kann der Zeitmesser mit dem klingenden Namen Luminor Chrono Monopulsante GMT Blu Notte eine zweite Zeitzone anzeigen, zum anderen die Gangreserve. Erstere hilft Vielreisenden dabei, immer die Heimatzeit im Blick zu behalten, wobei die Ortszeit selbst dadurch nicht beeinflusst wird. Die Luminor Chrono Monopulsante GMT Blu Notte wird so zu einer „kleinen Weltzeituhr“. Eine Tag-Nacht-Anzeige bietet zudem Orientierung, ob es in der Heimat gerade 10 oder 22 Uhr ist.

Die lineare Gangreserveanzeige wiede­rum gibt Auskunft darüber, wie voll der „Tank“ des Zeitmessers ist. Das ist bei Uhren mit Handaufzug ein echter Segen, bei automatischen Uhren kommt eine solche Anzeige zwar hin und wieder auch vor, fällt dort aber in die Kategorie Spielerei. Im Fall dieser Luminor, die von einem Chronographen-Handaufzugswerk angetrieben wird und sich im feschen Keramikgehäuse präsentiert, muss man sich nach Vollaufzug aber lange Zeit keine Gedanken über die Energiezufuhr machen: Die Gangdauer beträgt satte acht Tage.

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