LGT mit höherem Gewinn und starkem Neugeldzufluss im ersten Halbjahr 2022

LGT, die internationale Private Banking und Asset Management Gruppe im Besitz des Fürstenhauses von Liechtenstein, steigerte im ersten Halbjahr 2022 den Konzerngewinn um 20% auf CHF 217.2 Millionen. In einem von Unsicherheiten geprägten Marktumfeld erwirtschaftete die LGT sehr solide Erträge und investierte weiter in den Geschäftsausbau, die Digitalisierung sowie nachhaltige Anlagelösungen.

Die verwalteten Vermögen blieben stabil bei CHF 284.7 Milliarden per Ende Juni 2022, wozu ein starker Netto-Neugeldzufluss von CHF 6.2 Milliarden und ein Vermögenszuwachs aus der Akquisition von Crestone Wealth Management in Höhe von CHF 15.6 Milliarden beitrugen.

Das erste Halbjahr 2022 war aufgrund der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten an den internationalen Finanzmärkten außerordentlich herausfordernd, was sich auch an der insgesamt zurückhaltenden Kundenaktivität zeigte. Die LGT fokussierte dabei auf ihren Kundenservice, nachhaltige Anlagelösungen und ein umsichtiges Risikomanagement. Seit 12. Mai 2022 sind die Erträge und Kosten des akquirierten australischen Vermögensverwalters Crestone in den Resultaten der LGT enthalten.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg im ersten Halbjahr verglichen mit der Vorjahresperiode um 13% auf CHF 784.6 Millionen, obwohl sich die transaktionsabhängigen Erträge verhalten entwickelten. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft und sonstige Ertrag fiel mit CHF 128.4 Millionen um 19% tiefer aus als in der Vorjahresperiode, wobei das geringere Transaktionsvolumen teilweise durch Absicherungsgeschäfte kompensiert wurde. Der Erfolg aus dem Zinsgeschäft erhöhte sich um 36% auf CHF 138.2 Millionen, was auf das wieder steigende Zinsniveau zurückzuführen ist. Insgesamt steigerte die LGT den Bruttoerfolg um 10% auf CHF 1051.2 Millionen.

Auf der Kostenseite nahm der Personalaufwand um 3% auf CHF 582.1 Millionen zu, was einerseits das Personalwachstum und andererseits tiefere Abgrenzungen für langfristige performanceabhängige Vergütungskomponenten reflektiert. Aufgrund höherer Investitionen in die Digitalisierung, wieder gestiegener Ausgaben für Reisen, Marketing und Events sowie höherer Beratungskosten vergrößerte sich der Sachaufwand um 25% auf CHF 159.6 Millionen. Insgesamt erhöhte sich der Geschäftsaufwand um 7% auf CHF 741.6 Millionen.

Das Kosten-Ertrags-Verhältnis sank auf 70.6% per Ende Juni 2022, im Vergleich zu 75.2% per 31. Dezember 2021 und 72.4% per 30. Juni 2021. Der Konzerngewinn für das erste Halbjahr 2022 stieg auf CHF 217.2 Millionen und lag damit um 20% höher als in der Vorjahresperiode. Die LGT ist mit einer Kernkapitalquote (Tier 1) von 18.4% per 30. Juni 2022, verglichen mit 22.1% per Ende 2021, sehr gut kapitalisiert und verfügt über eine hohe Liquidität.

Starker Netto-Neugeldzufluss von CHF 6.2 Milliarden

Die LGT verzeichnete auch im schwierigen Marktumfeld des ersten Halbjahres 2022 einen starken Netto-Neugeldzufluss von CHF 6.2 Milliarden, entsprechend einer Wachstumsrate von 4% auf annualisierter Basis. Nach den außerordentlich hohen Netto-Neugeldern im Vorjahr erzielte die LGT damit erneut ein erfreuliches Ergebnis, zu dem sowohl LGT Private Banking als auch LGT Capital Partners beigetragen haben.

Die verwalteten Vermögen blieben mit CHF 284.7 Milliarden per 30. Juni 2022 stabil gegenüber CHF 285.8 Milliarden per 31. Dezember 2021. Die negative Marktperformance wurde dabei durch den Netto-Neugeldzufluss, positive Fremdwährungseffekte sowie den Vermögenszuwachs in Höhe von CHF 15.6 Milliarden aus der Akquisition von Crestone kompensiert. LGT Private Banking verwaltete Ende Juni 2022 Kundenvermögen in Höhe von CHF 203.7 Milliarden und LGT Capital Partners von CHF 81.0 Milliarden.

Strategie und Ausblick

Die LGT wird ihre Strategie konsistent weiter umsetzen und sieht sich auch unter den anspruchsvolleren Bedingungen gut positioniert, um im Gesamtjahr profitables Wachstum zu erzielen und ihren Kunden bei der Navigation der weiterhin unberechenbaren Märkte zur Seite zu stehen.

Mit der Akquisition von Crestone, Australiens führendem Wealth-Manager für vermögende Privatkunden, konnte LGT Private Banking ihre starke Position in Asien auf den pazifischen Raum ausweiten. Zudem hat die LGT in Asien kürzlich eine Vereinbarung mit Vontobel getroffen, wonach deren Privatkunden in Hongkong ein Angebot erhalten, um zur LGT zu wechseln. Der im Jahr 2020 von LGT vollständig übernommene britische Vermögensverwalter LGT Vestra wurde im ersten Halbjahr in LGT Wealth Management umbenannt, und Crestone wird fortan als LGT Crestone firmieren. Im wichtigen Private Banking Markt Deutschland will die LGT bis Ende 2023 an zwei bis drei Standorten eine Präsenz aufbauen, um Kundinnen und Kunden vor Ort eine optimale Betreuung zu bieten.

Im Bereich Nachhaltigkeit hat LGT Private Banking kürzlich die «Finance for Biodiversity Pledge» sowie die Initiative «Principles for Responsible Investment» (PRI) unterzeichnet und engagiert sich neu auch als Mitglied der «Institutional Investors Group on Climate Change» (IIGCC). Um ihre nachhaltige Anlagestrategie weiterzuentwickeln, hat die LGT einen Dienstleistungsvertrag mit «BMO Global Asset Management» zur Stewardship unterzeichnet und ist damit eine der ersten Privatbanken in Europa, die diesen koordinierten Ansatz des Corporate Engagements nutzt. Zudem hat die LGT kürzlich bekanntgegeben, zusammen mit weiteren führenden Unternehmen der von South Pole initiierten «NextGen CDR Facility» als Gründungskäuferin beizutreten, um die Technologien zur Kohlenstoffentfernung aus der Atmosphäre drastisch zu verbessern und den Markt für hochwertige Kohlenstoffabscheidung auszuweiten.

Im Rahmen der 2020 angekündigten Verselbständigung von LGT Private Banking, LGT Capital Partners und Lightrock wurde letzteres Unternehmen 2021 auch rechtlich aus der Struktur der LGT Gruppe herausgelöst. Für LGT Private Banking und LGT Capital Partners wird die heutige Gruppe als Holdingstruktur bis auf Weiteres beibehalten. Das Prinzip der Eigenständigkeit ist dank der neu etablierten Führungsgremien und der erfolgten operationellen Trennung umgesetzt. Die Unternehmen legen ihre strategischen Stoßrichtungen selbständig fest und können ihre jeweiligen Märkte und Zielgruppen nun noch fokussierter und effektiver adressieren.

S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chairman LGT: «Die Ergebnisse der LGT im ersten Halbjahr 2022 belegen die Stärke und Breite unseres internationalen Kundengeschäfts, und dank dem hohen Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind wir auch für das sich weiter verändernde Umfeld gerüstet. Gerade in dieser unsicheren Weltlage und in unberechenbaren Märkten ist es unsere Priorität, unseren Kundinnen und Kunden die umfassende Anlageexpertise und vor allem auch die Nachhaltigkeitskompetenz der LGT zur Verfügung zu stellen. Die jüngsten geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen unterstreichen die hohe Bedeutung nachhaltiger Lösungen.»

LGT in Kürze

LGT ist eine führende internationale Private Banking und Asset Management Gruppe, die sich seit über 90 Jahren im Besitz der Fürstenfamilie von Liechtenstein befindet. Per 30.06.2022 verwaltete die LGT Vermögenswerte von CHF 284.7 Milliarden (USD 297.4 Milliarden) für vermögende Privatkunden und institutionelle Anleger. Die LGT beschäftigt über 4500 Mitarbeitende an mehr als 20 Standorten in Europa, Asien, Amerika, Australien und dem Mittleren Osten. www.lgt.com