Kosten-Desaster: Olympische Spiele viermal teurer als geplant

Die CoVid-Pandemie war das Tüpfelchen auf dem i: Nachdem schon im Vorfeld von dramatischen Kostenexplosionen im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokio berichtet wurde, sorgte das Virus jetzt auch auf der Einnahmenseite für einen Kahlschlag. Nach deutlichem Anstieg der Neuinfektionen in und um die japanische Hauptstadt mussten die Bewerbe weitgehend auf Zuseher verzichten. Die Bilanz: Die Spiele schließen mit einem zweistelligen Milliardenverlust.

Laut einem Bericht von SafeBettingSites.com werden die Gesamtkosten für die Ausrichtung der Olympischen Spiele in Tokio voraussichtlich rund 28 Milliarden US-Dollar betragen, was viermal so hoch ist wie geplant. Dabei wollten die Japaner bewusst sparsam agieren: Bei der Vergabe der Spiele an Tokio rechnete das japanische Bewerbungskomitee noch mit Gesamtkosten von 7,3 Milliarden US Dollar. Als im Dezember 2019 klar wurde, dass die Spiele frühestens 2021 stattfinden können, wurde das Budget auf 12,6 Milliarden Dollar angehoben. Ein Jahr später, in der fünften Budget-Version, war dann schon von 14,9 Mrd. US Dollar die Rede: 8,2 Milliarden sollten in die Austragungsstätten fließen, mehr als 6,6 Milliarden in Organisation, Unterbringung und andere „Betriebskosten“ sowie in CoVid-Prävention.

Der japanische Rechnungshof befürchtete im Laufe des heurigen Jahres dann schon 22 Milliarden Dollar als Gesamtkosten, die japanischen Finanzblätter Nikkei und Asahi errechneten mittlerweile sogar satte 28 Milliarden, die die Ausrichtung der Olympischen Spiele verschlungen hätten. Da auch die Einnahmen von Zusehern vor Ort ausfielen, bleibt ein dickes Minus von 22 Milliarden US Dollar über.

Das Defizit mag zwar rekordverdächtig und die Olympischen Spiele 2020 in Tokio die teuersten aller Zeiten sein, die Budgetexplosion sollte aber nicht überraschen. Im Gegenteil: Kostenüberschreitungen sind in den „Olympia-Städten“ längst zur Norm geworden. Hier hält Montreal bereits seit 45 Jahren den absoluten Rekord: Das Budget der Olympischen Sommerspiele 1976 in Kanada wurde gleich um 720% überschritten. Rio de Janeiro verbrauchte für die Spiele 2016 14 Milliarden US Dollar und damit um 352% mehr als geplant, die Winterspiele in Sotchi 2014 waren um 289% teurer als ursprünglich angenommen, London beklagte nach der Abschlussfeier der Spiele 2012 eine 76prozentige Budgetüberschreitung auf 15 Milliarden US-Dollar. Kein Wunder also, dass sich die Anzahl der Bewerber für die nächsten Spiele deutlich reduzierte.

Mehr Infos unter: https://www.safebettingsites.com/2021/08/3/final-cost-of-hosting-tokyo-olympics-4x-higher-than-planned-estimated-loss-counted-in-tens-of-billions-of-dollars

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