Joe Foster, Portfoliomanager und Goldstratege bei VanEck nimmt zur Entwicklung des Goldpreises Stellung

assets Magazin: Joe Foster - Goldstratege bei VanEck
Joe Foster - Goldstratege bei VanEck

In seinem aktuellen Goldkommentar schreibt Joe Foster, Portfoliomanager und Goldstratege bei VanEck, dass der starke US-Dollar den Goldpreis im ganzen Monat September unter Druck gesetzt hat. Nach seinem Höchststand von 2.075 US-Dollar am 7. August hatte sich Gold bei über 1.900 US-Dollar pro Feinunze konsolidiert.

Die Konsolidierung sieht nun mehr nach einer Korrektur aus, da Gold am 28. September auf einen kurzfristigen Tiefstand von 1.848 US-Dollar gefallen ist, die Talsohle des aktuellen Gold-Bullenmarkts-Trends liegt bei ca. 1.800 US-Dollar. VanEck geht davon aus, dass diese Korrektur über diesem Wert bleiben wird.

Auch wenn Gold im August mit 2.075 US-Dollar ein neues Allzeithoch erreicht hat, hat der NYSE Arca Gold Miners Index (GDMNTR) nur die Marke von 1.271 überschritten, was weit unter dem Allzeithoch von 1.855 im September 2011 lag. Joe Foster hat sich die Gründe, weshalb die Goldförderer ihre Allzeithochs noch nicht wiedererlangt haben, genauer angeschaut.
Im Vergleich zu Gold waren die Unternehmen seit 2007 von drei Abwertungen betroffen, wobei auch ihr Beta gegenüber Gold zurückging. Die ersten zwei Abwertungen erfolgten demnach Ende 2007/Anfang 2008 und Ende 2011/Anfang 2012. „Diese Abwertungen gingen auf eine schlechte operative und finanzielle Performance an vielen Fronten zurück. Die Kosteninflation zehrte den von den Anlegern erwarteten operativen Hebel auf. Steigende Kosten führten auch dazu, dass die Erträge von Investitionsprojekten hinter den Erwartungen zurückblieben“, sagt Foster. Außerdem verfehlten die Unternehmen regelmäßig ihre Produktions- und Kostenprognosen.
Dann fielen die Zinsen nach der Finanzkrise, die großen Unternehmen verschuldeten sich hoch und viele Unternehmen zahlten zu viel für Akquisitionen. Zwar wurden in der Folge die Top-Führungskräfte aller großen Goldproduzenten abgesetzt und neue Führungskräfte haben die harten Lektionen der Vergangenheit gelernt, was auch in den jüngsten Finanz- und Betriebsergebnissen zum Ausdruck kommt. Dennoch war der Sektor trotz all der Fortschritte 2019 von einer weiteren Abwertung betroffen, wofür es aus Sicht von Foster zwei Gründe gibt:
Viele Generalisten unter den Anlegern haben Goldaktien aufgrund eines schlechten Managements im letzten Zyklus abgestoßen. Viele dieser Anleger sind bisher noch nicht zurückgekehrt. In diesem Zyklus setzten die meisten Anleger bisher auf Goldbarren-ETFs für ein Engagement am Goldmarkt.
Die großen Goldunternehmen weisen ein zu geringes Wachstum auf. In der Vergangenheit führte ein Anstieg des Goldpreises zu Explorationsbegeisterung, qualitativ hochwertigen Goldfunden und einer erweiterten Produktion. Während diese Begeisterung bei Junior-Goldförderern nach wie vor vorherrscht, fehlt sie bei den großen Unternehmen.
Foster ist davon überzeugt, dass es für eine positive Neubewertung, eine bessere Performance und höhere Bewertungen entscheidend ist, die Generalisten unter den Anlegern wieder zum Sektor zurückzubringen. „Die Geschäftsleitungen konzentrieren sich auf diese Aufgabe und bemühen sich nach Kräften, die Goldindustrie für einen breiteren Anlegerkreis attraktiv zu machen, wobei sie mit Ertragschancen und Möglichkeiten zur Minderung von Risiken werben“, sagt Foster.

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