Immobilien-Zwangsversteigerungen: Weniger Termine, höhere Erlöse

Nach der relativen Stabilität der Jahre 2014-15 sowie 2018-19 ist der Zwangsversteigerungsmarkt 2020 wieder dem in den Jahren 2016 und 2017 beobachteten Trend zu steigenden Erlösen bei sinkender Terminanzahl gefolgt, ergibt eine Analyse des Anbieters von Daten zum österreichischen Immobilien-Marktes SmartFacts Data Services.

Der im März 2020 zur Eindämmung der SARS-CoV2-Pandemie verordnete erste Lockdown löste den im 2. Quartal 2020 beobachteten Einbruch der anberaumten Zwangsversteigerungs-Termine um fast 60% aus, der für den Rückgang des Termin-Index von 49 auf 40 praktisch alleinverantwortlich ist. In den übrigen Quartalen glichen sich Anstiege der Anzahl der Zwangsversteigerungs-Termine (Nachzugseffekte) und weitere Rückgänge (zweiter Lockdown im November 2020) weitestgehend aus. Der Großteil der Auswirkungen des zweiten Lockdowns kommt erst im 1. Quartal 2021 zum Tragen. Für die deutlich höheren Erlöse aus Zwangsversteigerungen sind wohl die wegen des ungebrochenen Trends zur Geldanlage in Immobilien hohe Marktnachfrage sowie der – damit zumindest teilweise – einhergehende Preisanstieg von Immobilien verantwortlich.

Für das Jahr 2021 deutet sich nach derzeitigem Stand die ungebrochene, vielleicht sogar noch ausgeprägtere Fortsetzung des Trends „Steigender Erlös bei sinkender Terminanzahl“ an. Dabei muss aber beachtet werden, dass das Aufheben von „Corona“-Maßnahmen – wie z.B. Abgabestundungen, Stundungen von Kreditraten, allfällige Kulanzregelungen – noch deutlichen Einfluss auf die weitere Entwicklung nehmen kann, allerdings erst mit einer zeitlichen Verschiebung in der Größenordnung von 6 – 18 Monaten. Der SmartFacts-ZV-Index beschreibt die Veränderung der bei der Zwangsversteigerung von Liegenschaften in Österreich erzielten Erlöse (erster Wert) sowie der Anzahl der anberaumten Termine (zweiter Wert). Als Referenz dienen dabei jeweils definierte Durchschnittswerte.

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