E-Autos: Nachfrage verdreifacht

Die EU rückte schon vor einiger Zeit die Elektromobilität in den Fokus, die Auswirkungen werden jetzt spürbar. Durch entsprechende Förderungen und gesetzliche Initiativen in den einzelnen Mitgliedsländern steigt das Interesse der Autofahrer an E- Fahrzeugen rasant. Laut einer Analyse des Finanznachrichten-Portals Finbold lag die Nachfrage nach vollelektrischen Automobilen im zweiten Quartal 2021 in Europa um 231,58% höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Zwischen April und Juli dieses Jahres wurden 210.298 E-Autos verkauft, im zweiten Quartal 2020 waren es erst 63.422 vollelektrisch betriebene Automobile.

Dabei sind in diesen spektakulären Zahlen Hybridfahrzeuge noch gar nicht berücksichtigt. Doch auch die Nachfrage nach solchen Fahrzeugen explodiert: Die Nachfrage stieg im Q2 2021 um 213,54% auf 541.162 Fahrzeuge – und stellt damit in absoluten Zahlen den größten Nachfragezuwachs aller PKW-Antriebstypen dar. Gemeinsam mit den Vollelektrischen wurden im Q2 also 751.460 Elektrofahrzeuge in der EU zugelassen, mehr als das Dreifache des Vergleichsquartals 2020 (236.015 Zulassungen). Noch einige andere Details aus der Finbold-Statistik: Im Berichtszeitraum stieg die Nachfrage nach Plug-in Hybridfahrzeugen um 255,8% von 66.252 auf 235.730. Erdgasfahrzeuge verzeichneten ein Nachfrageplus von 41,84 % von 9.515 auf 13.497 Autos.

Mit der sprunghaft steigenden Nachfrage wächst natürlich auch der Marktanteil der ein batterielektrisch angetriebenen Autos: Im ersten Halbjahr 2021 lag dieser schon bei 6,7% aller Neuzulassungen in der EU, jener von Hybrid-Fahrzeuge bei 18,9%, der Anteil an Neuzulassungen von Plug-in-Hybride stieg auf 8,3%. Freilich: Noch machen die fossilen KFZ fast zwei Drittel der Neuzulassungen aus: Von allen neu zugelassenen Autos werden 42% von einem Benzinmotor angetrieben, 21,7% tanken Diesel und nur 0,5% Erdgas. In der Finbold-Analyse wird auch untersucht, welche Regierungsmaßnahmen die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen befeuern. „Als etwa die Coronavirus-Pandemie ausbrach, konzentrierten die meisten Regierungen in der EU ihre Konjunkturpakete auf Unternehmen, die im Einklang mit dem Kampf gegen den Klimawandel arbeiten. Insbesondere konzentrierte sich ein großer Teil der Unterstützung auf Anreize für Verbraucher, Elektrofahrzeuge zu kaufen, was zu einem Anstieg der Nachfrage führte.“, heißt es in dem Bericht. Allerdings explodiert die Nachfrage nach E-Fahrzeugen zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Corona schränkte auch Lieferketten ein, was zu einem nachhaltigen Chipmangel führte – unter dem die Autoindustrie massiv leidet. Die volle Auswirkung der Fördermaßnahmen wird sich daher erst zeigen, wenn die unverzichtbaren elektronischen Bauteile wieder in vollem Umfang verfügbar sind.

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