Berlin: Weiterer Preisanstieg bei Wohnimmobilien

Immer mehr Menschen aus allen Ländern der Welt zieht es nach Berlin. Aktuell bewohnen mehr als 3,8 Millionen Menschen die deutsche Bundeshauptstadt, was einem Wachstum von +4,4 Prozent seit 2015 entspricht. Bedingt durch Corona kam es 2020 in vielen Städten zu einem Bevölkerungsrückgang, nicht aber in Berlin. Der kontinuierliche Bevölkerungszuwachs wirkt sich dementsprechend auf den Wohnungsmarkt aus, seit Jahren verzeichnen die Immobilienpreise in der Metropole an der Spree eine konstante Steigerung.

„Wohnraum in Berlin ist beliebter denn je. Doch wie in fast allen Großstädten ist auch die deutsche Hauptstadt von einer Wohnungsknappheit geprägt. So liegt die Leerstandsquote derzeit bei 0,8 Prozent. Auch die Umlandregionen von Berlin sind zunehmend von der Angebotsknappheit betroffen. Die aktuelle Neubautätigkeit kann den wachsenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum derzeit nur bedingt decken, somit sind die Immobilienpreise in allen Segmenten stark angestiegen“, so Christian von Gottberg, Geschäftsführer des Engel & Völkers Market Center Berlin Hohenzollerndamm.

Umsätze auf dem Berliner Immobilienmarkt treiben Transaktionsvolumen in die Höhe

Die hohen Preise sowie die starke Nachfrage nach Wohneigentum spiegeln sich auch im Transaktionsgeschehen wider. Im 1. Halbjahr 2021 erhöhte sich die Zahl der verkauften Wohnungen in Berlin im Vergleich zum Vorjahr um über 40 Prozent, insgesamt wurden 9.202 Objekte vermarktet. Damit erzielte die Hauptstadt im Segment der Eigentumswohnungen ein Transaktionsvolumen von 3,79 Milliarden Euro und konnte so den Wert um 66 Prozent steigern.
In der Kategorie der Ein- und Zweifamilienhäuser stieg die Zahl der verkauften Objekte im 1. Halbjahr 2021 um 9 Prozent auf 1.374. Es wurde ein Transaktionsvolumen von 946 Millionen Euro erreicht und somit ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch für das Gesamtjahr 2021 ist in beiden Segmenten mit einer Steigerung zum Vorjahr zu rechnen.

Nachfrageüberhang führt zu Höchstpreisen

In gesamt Berlin liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Bestandsimmobilien bei Eigentumswohnungen im 3. Quartal 2021 bei 5.588 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind die Preise in diesem Segment um 11,5 Prozent gestiegen. Ein Quadratmeter Wohnfläche in einem Berliner Neubau wurde im gleichen Zeitraum für durchschnittlich 7.798 Euro angeboten, was einem Zuwachs von +14,7 Prozent entspricht.
Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern hat sich der mittlere Angebotspreis im selben Zeitraum um 13,4 Prozent erhöht und liegt inzwischen bei 709.000 Euro.
Die zentrumsnahen Bezirke in Berlin gehören zu den begehrtesten Wohnlagen, doch auch die äußeren Stadtteile rücken zunehmend ins Interesse der Käufer. Zu den teuersten Wohngegenden zählen neben den Stadtteilen Mitte, Tiergarten, Grunewald, und Dahlem auch Wilmersdorf, Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Hier werden für Eigentumswohnungen Quadratmeterpreise zwischen 6.500 Euro und 21.000 Euro erzielt. Ein- und Zweifamilienhäuser erreichen hier Preise zwischen 900.000 Euro und 10 Millionen Euro.
Besonders in den Bezirken Spandau und Treptow-Köpenick haben die Wohnungspreise deutlich zugelegt.

Ausblick: Stadtrand und Umland zunehmend attraktiver

Aufgrund der starken Wohnraumnachfrage und des knappen Angebots geht Engel & Völkers auch für das kommende Jahr von steigenden Immobilienpreisen in und um Berlin aus. Insbesondere die Lagen im grünen Umland werden zunehmend interessanter, da sich der Suchradius bei vielen Kaufinteressenten durch die Möglichkeit von Remote Working erweitert hat und hier das Preisniveau im Vergleich zur Innenstadt noch relativ moderat ist. So sind Orte wie Falkensee, Kleinmachnow oder Königs Wusterhausen dank ihrer ruhigen Lage und der ländlichen Wohlfühlatmosphäre besonders bei jungen Paaren, Familien mit Kindern sowie Berufstätigen mit flexiblen Arbeitsmodellen beliebt. In den an Berlin angrenzenden Landkreisen liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Ein- und Zweifamilienhäuser bei rund 460.000 Euro und damit 19 Prozent höher als im Vorjahr. „Die Trennung zwischen der Metropole Berlin und dem Brandenburger Land verschwimmt zunehmend und führt zu einer merklichen Homogenisierung in den Köpfen der Bevölkerung. Vor allem die Gemeinden um Berlin sind sehr aktiv und entwickeln sich stark, um ihren Bürgerinnen und Bürgern eine hohe Lebensqualität zu bieten – ein Prozess, der sich nicht nur im enorm steigenden Wohnwert des Umlandes erkennen lässt, sondern auch in der zunehmenden Verlagerung des Lebensmittelpunktes vor die Tore Berlins“, resümiert Günter Th. Fischer, Geschäftsführer des Engel & Völkers Market Center Berlin-Mitte.

Weitere Kaufkraft- und Immobilienpreisentwicklungen in deutschen Städten finden Sie im Engel & Völkers Wohnimmobilien Marktbericht Deutschland 2021/2022.

Beitrag teilen

Share on facebook
Facebook
Share on linkedin
LinkedIn
Share on email
Email