Strategien mit langem Atem

Geopolitische Krisen, niedrige Zinsen, Rezessionsängste im Westen. In diesen Tagen haben Investoren nichts zu lachen. Experten verraten, wie man langfristig orientierte Portefeuilles risikoärmer und zukunftssicherer macht.

Derzeit halten negative News die Kapitalmärkte in Atem. Der sich zuspitzende Handelsstreit zwischen China und den USA, das Dauerthema Brexit oder die weiterhin lockere Notenbankenpolitik – all das gibt Anlass zur Sorge. Von den trüben Aussichten für die Konjunktur in Europa und den USA ganz zu schweigen. Viele Fondshäuser raten  Investoren jetzt, Ruhe zu bewahren und Positionen neu zu überdenken.

Emerging-Markets-Bonus

In diesen turbulenten Phasen lenkt Franklin Templeton Investments den Fokus auf die Schwellenländer. „Unverändert ist das Gros der größten und beliebtesten Mischfonds hierzulande mit einer niedrigen einstelligen Allokation in Emerging Markets im Verhältnis zu den tatsächlichen globalen Rahmenwirtschaftsverhältnissen weiterhin deutlich untergewichtet“, ortet Martin Linsbichler, Managing Director bei Franklin Templeton Austria, hier noch Potenzial und sieht im Templeton Emerging Markets Fund eine interessante Möglichkeit, das eigene Portfolio diversifizierter und zukunftssicherer aufzustellen. Der Fonds könne nämlich im Vergleich  zu zahlreichen Mitbewerbern eine sehr hohe Gewichtung im Technologiesektor aufweisen. 

Auch für Bondinvestoren gibt es in den Schwellenländern noch Potenzial und Renditen oberhalb der Nulllinie. Laut Werner Painsy, Head of Retail Asset Management Austria & CEE bei der DWS zeichnen sich die Emittenten aus dem asiatischen Raum gleich mehrfach positiv aus: Die Ausfallraten im High-Yield-Segment sind dort niedriger als in den USA, während die Titel gleichzeitig einen deutlichen Spread gegenüber den US-Pendants bieten. „Darüber hinaus sind asiatische Investoren mittlerweile die mit Abstand größte Investorengruppe in der Region. Diese Kategorie von Anlegern tendiert dazu, Papiere während periodischer Schwankungen zu halten, was dazu beigetragen hat, die Volatilität der Anlageklasse zu dämpfen und die risikoadjustierten Renditen zu verbessern. Zu den Fonds, die in asiatische Unternehmensanleihen investieren, gehört der DWS Invest Asian Bonds.“ 

Qualität ist Trumpf

Natürlich kann eine Konjunkturflaute oder gar eine globale Rezession auch die Börsen in aufstrebenden Märkten treffen und die Kurse dort in Bewegung bringen. Allerdings, so Mike Judith, Head of International Sales bei DNB Asset Management, werde eine aktiv verwaltete Strategie immer auf der Suche nach attraktiv bewerteten Titeln sein. „Eine konsequent nach Bewertungskriterien ausgerichtete Aktienauswahl – also Bottom-up Stock Picking nach Value-Kriterien – sowie die Disziplin, diesen Ansatz auch in Phasen der Marktübertreibungen beizubehalten, führt zu einem Portfolio mit relativ günstigen Bewertungen, das in rezessiven  Phasen weniger beeinträchtigt wird.“ Beispiel DNB Fund – Technology: Hier waren die positiven Treiber im schwierigen letzten Quartal 2018 einige Value-Titel wie Ericsson und Lenovo. Sie verhalfen dem Fonds zu einer positiven Jahresbilanz. 

Die DWS konzentriert sich im derzeit schwierigen Umfeld vor allem auf Unternehmen in Bereichen mit guten Wachstumsaussichten. Als solche erweisen sich vor allem jene, die sich den globalen  Herausforderungen von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Ressourcenverbrauch stellen. „Der DWS Invest SDG Global Equities investiert seine Mittel  in Aktien von Unternehmen, die ihre Umsätze maßgeblich in Bereichen machen, die den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – 17 sogenannte Sustainable Development Goals, kurz SDGs – entsprechen und langfristiges Wachstumspotenzial bieten, um eine  attraktive Wertsteigerung zu erwirtschaften. Alle Unternehmen müssen den DWS-Nachhaltigkeitskriterien genügen, eine Kombination von Ausschlüssen und Best-in-Class-Ansatz“, meint Painsy.

Auch Wolfgang Fickus, Mitglied des Investment Komitee bei Comgest, der Fondsboutique mit dem Fokus auf Unternehmen mit langfristigem Qualitätswachstum, wird in diesen unsicheren Zeiten nicht nervös. „Wir sind immer antizyklisch aufgestellt. Wir kaufen keine Unternehmen, wo wir quasi eine Makrowette machen, sondern solche, die Wachstumsfaktoren zeigen, beispielsweise regionale Expansion oder eine besonders starke Innovation usw.“ Im Comgest Growth Europe z. B. ergab eine Ex-post-Analyse, dass die Unternehmen – vor allem solche des Luxusgüterbereichs – in der letzten Dekade vermehrt von Wachstumstreibern in Asien profitierten, insbesondere vom Konsum der aufkommenden Mittelschicht in China. Zudem ist man z.  B. in Sektoren unterwegs, wo es um  Innovation und „krisensichere“ Bedürfnisse geht, wie im Gesundheitsbereich oder in der IT-Branche.   ←

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