Gut fürs Depot

assets Magazin: Mike Judith - DNB Asset Management
Mike Judith, Vizepräsident Asset Managment DNB Nor.

Jedes gut diversifizierte Portfolio sollte eine gewisse Prise Skandinavien beinhalten. Die Region verfügt über viele Topkonzerne und ist wirtschaftlich robust. Ein geeignetes Investment sind Aktienfonds von DNB.

Eine Prise Skandinavien

Skandinavien ist ein globales Investment im Miniaturformat. So sehen es die Finanzexperten bei DNB Asset Management (DNB AM). DNB ist der drittgrößte Asset-Manager in Skandinavien und offeriert Anlegern spezialisierte Investmentfonds für die Region, etwa den DNB Fund Nordic Equities. 

In Skandinavien leben rund 25 Millionen Menschen, Schweden ist dabei mit zehn Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land im Norden. Jedes Land verfügt über einen industriellen Schwerpunkt, in der Gesamtheit zeigen Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island einen ausgewogenen Branchenmix.

„Dies erlaubt es uns als aktivem Portfoliomanager, nicht nur interessante und aussichtsreiche Positionen einzugehen, sondern auch von Trends zu profitieren und auf Schwankungen der Wirtschaft zu reagieren“, heißt es bei DNB.

Offene, innovative Volkswirtschaften

Die DNB-Experten sind nicht verlegen, weitere gute Gründe für ein Investment in Skandinavien aufzulisten, die für Anleger im Euroraum naturgemäß eine Rolle spielen: Es handelt sich um eine Anlage außerhalb des Euroraumes, nur in Finnland gilt der Euro. Die Dänen haben ihre Landeswährung beibehalten, nehmen jedoch am Euro-Wechselkursmechanismus teil; die restlichen skandinavischen Länder haben jeweils die Krone als Währung. Dies gilt als einer der Gründe dafür, warum viele skandinavische Unternehmen Weltmarktführer geworden sind – denn die Eigenständigkeit der Nordlichter hätte sie dazu gezwungen, innovativ zu sein und ihr Geschäftsmodell auf eine solide Basis zu stellen. Zudem sind die Länder relativ klein, die Volkswirtschaften mussten, um erfolgreich zu sein, stark nach außen orientiert sein. Auch könne ein Investment in skandinavische Länder den sogenannten „Home Bias“ vieler Anleger reduzieren. Darunter versteht man die „Heimatmarktneigung“, also die Tendenz von Investoren, Geldanlagen auf dem Heimatmarkt überproportional zu gewichten. 

Resiliente Börsen 

Aber speziell jetzt, da das Jahr 2020 zur Neige geht, hat sich gezeigt: Die skandinavischen Börsen haben sowohl ihre Resi­lienz als auch Liquidität unter Beweis gestellt. „Die Märkte blieben schon in der Finanzkrise ab 2008 sehr liquide und handelbar“, erklärt Mike Judith, der als Managing Director auch für das internationale Geschäft bei DNB verantwortlich ist. Seit Jahresbeginn 2020 hat der VINX-30-Index, der die 30 handelsstärksten Unternehmen Skandinaviens zusammenfasst, getrieben vom dänischen Markt, um mehr als sieben Prozent zugelegt. „In meiner Wahrnehmung haben alle nordischen Länder die Coronakrise bisher relativ gut überstanden“, sagt Judith. 

Die wirtschaftliche Erholung ist in vollem Gange, mit starken Zahlen für den Wohnungsmarkt und die Einzelhandelsum­sätze sowie sinkender Arbeitslosigkeit. Im weltweiten Vergleich habe die Corona-Pandemie in den nordischen Ländern ­weder die Mobilität der Bürger noch die Einzelhandelsumsätze maßgeblich beeinflusst.

Topmarkt in Europa 

Aber auch die Langfrist-Betrachtung der Börsen im hohen Norden hält stand: Sieht man sich die Performance des MSCI-Nordic-Index im Vergleich zum MSCI-Europa- und MSCI-Welt-Index über die vergangenen zehn Jahre an, so schießt Ersterer gleichsam in die Höhe – mit einer Outperformance von mehr als 200 Prozent. „Es war der beste Markt in Europa“, bringt es Judith knapp auf den Punkt. Dies liege unter anderem daran, dass sich in Relation zu Europa und auch weltweit gesehen in diesen fünf Ländern viele ­Industrie- und Tech- sowie Health-Care-Konzerne und gut gehende Financials befinden. 

„Es dürfte wenigen Investoren bewusst sein, wie gering die Gewichtung nor­discher Länder im MSCI-Europa-Index trotz ihrer wirtschaftlichen Stärke ist. Dies spricht für eine dezidierte, nordische Fondsallokation“, betont Judith. Die fünf darin am stärksten vertretenen Länder sind Großbritannien, Deutschland, Frankreich, die Schweiz und die Niederlande. Gleich danach kommen schon Schweden und Dänemark – und diese beiden Märkte stellen ja rund 80 Prozent der nordischen Indizes. Erst dann kommen Italien und Spanien, dicht gefolgt von Finnland.

Anschub durch ESG-Risikobewusstsein

Was den nordischen Ländern und Unternehmen massiv in die Hände spielt, ist, dass das Bewusstsein für Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (ESG-Risiken) unter institutionellen Anlegern stark gestiegen ist. Einer Umfrage des Beratungsunternehmens Mercer vom Spätsommer 2020 zufolge hat die Mehrheit (89 Prozent) der fast 1.000 befragten Großanleger umfassendere Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken in ihrer Kapitalanlagestrategie berücksichtigt. 2019 waren es erst 55 Prozent. „85 Prozent der Investoren sind besorgt im Hinblick auf die Regulierung im Zusammenhang mit ESG-Risiken“, heißt es dort weiters. Die „grüne Rendite“ spielt bei den Überlegungen der Investoren ebenfalls eine große Rolle. Die Europäische Union möchte den Kontinent zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz machen, eine wichtige Stellschraube ist der Finanzsektor. Konkret sieht die Offenlegungsverordnung vor, dass Fondsgesellschaften ab März 2021 EU-Vorlagen für Informationen zur Nachhaltigkeit in ihre Verkaufsprospekte aufnehmen müssen. Ab 2022 dann sollen Finanzdienstleister die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Klienten im Vertrieb abfragen. 

Davon dürften die skandinavischen Länder sowie Fonds mit Schwerpunkt Skandi­navien profitieren, denn die nordischen
Unternehmen gelten seit jeher als sehr umwelt- und sozialbewusst. „Sie erreichen sehr hohe ESG-Scores“, betont Judith. DNB berücksichtigt ESG-Kriterien im Portfoliomanagement bereits seit dem Ende der 1980er-Jahre. „Die DNB-Portfolien haben einen speziellen Fokus auf Umwelt- und Klimaschutz: Wir haben im Wesentlichen sieben Themen identifiziert, auf die wir die Unternehmen hin abklopfen. Energieeffi­zienz, Biodiversität, Wassermanagement sind nur einige darunter“, sagt Judith. „Alkohol- und Waffenhersteller, Glücksspiel­anbieter usw. haben bei uns ohnehin keine Chance auf Aufnahme in das Portfolio.“ 

Outperformer

Bei der Aktienauswahl kombiniert DNB die Trend- mit der auf Unternehmenskennzahlen fußenden Fundamental­ana­lyse: „Die Gewinner in den nordischen Märkten bleiben über unterschiedliche Zeitspannen, etwa drei, sechs oder mehr Monate, Gewinner. Wir sehen uns also jene Unternehmen genauer an, von denen wir glauben, dass sie weiterhin besser als der Markt abschneiden werden.“ 80 Prozent der Unternehmen im Fonds sollten sich in diesem Aufwärtstrend befinden. „Um zu diversifizieren, füge ich Value-Titel hinzu, im Moment (Stand September 2020) waren es beispielsweise mehr Finanzinstitute.“ Geografisch hält DNB den Großteil in schwedischen und dänischen Titeln – gemeinsam machen sie etwa 70 Prozent des Fondsvermögens aus. Im Regelfall ergibt sich daraus ein konzen­triertes Portfolio aus etwa 30 bis 40 Titeln. DNB hat mit seinen Fonds auf Jahressicht eine durchaus beeindruckende Rendite von beinahe 30 Prozent geschafft. Einer von DNBs Favoriten ist Vestas Wind Systems. Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei der Herstellung und beim ­Service von Windturbinen. Seit Jahren wächst dieser Markt um fünf bis sieben Prozent jährlich. Das stabile Service-Business wird innerhalb der nächsten fünf Jahre von 40 auf 60 Prozent Anteil am Gewinn vor Steuern ausgedehnt. Der Aktienkurs von Vestas hat sich auf Jahressicht mehr als verdoppelt.  

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