„Grünes“ Gold

assets Magazin: Ögussa - Nachhaltigkeit bei der Goldanlage

Nachhaltigkeit und Anlegen in Gold schließen einander aus, sagen manche. Stimmt nicht – das Zauberwort für nachhaltiges Anlegen in Gold heißt „Urban Mining“, wie es hierzulande von der Ögussa schon sehr lange betrieben wird.

561 Tonnen im Wert von mehr als 30 Milliarden Euro besitzen Herr und Frau Österreicher aktuell. So zumindest das Ergebnis einer Hochrechnung zu einer jüngst veröffentlichten Umfrage. Gold ist aus Sicht der Befragten die sicherste und wertbeständigste Anlageform. Das Edelmetall gilt zudem als besonders krisenresistent. Im Interview mit assets erklärt Reinhard Walz, Leiter Vertrieb und Marketing bei Ögussa, worauf man beim Goldinvestment achten sollte und wie man auch bei der Anlage in Gold nachhaltig agieren kann.

assets: Der Goldpreis ist kürzlich wieder auf einen absoluten Höchststand gestiegen. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe dafür bzw. rechnen Sie mittelfristig mit einer weiteren Wertsteigerung bei Gold?

Reinhard Walz: Gold gilt als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Eine seriöse Pro­gnose zur zukünftigen Goldpreisentwicklung kann wohl niemand abgeben, da dies von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängt. In Zeiten steigender Verschuldung, von Nullzinsen, staatlich gestützten Unternehmen, Spannungen zwischen Großmächten, Protektionismus etc. spricht ­derzeit leider nicht viel für eine rasche Erholung der Wirtschaft, und Gold ist da eine gewisse Versicherung. Gold ist im Vergleich zu Papiergeld nicht beliebig vermehrbar und hochliquid. 

assets Magazin: Reinhard Walz

Wenn man Gold als langfristiges Investment betrachtet, wie sollte man investieren? Macht es Sinn, Gold von Zeit zu Zeit zuzukaufen, um so vom Durchschnittskosteneffekt zu profitieren?

Walz: Es ist empfehlenswert, den Golderwerb über mehrere bzw. viele Zeitpunkte zu verteilen. Dann profitiert man vom sogenannten „Cost-Average-Effekt“, den Sie angesprochen haben. Man kauft zu einem risikogestreuten Durchschnittskurs. Als Investor sollte man dabei aber nicht zu solch kleinen Barren-Stückelungen kommen, dass die Prägekosten anteilsmäßig zu hoch werden. Barren in den Stückelungen 1 Gramm bis 10 Gramm sind eher als Geschenk gedacht und finden auch guten An­klang. Privatinvestoren kaufen aber eher Barren und Münzen ab der Größe von Unzen, also 31,10 Gramm. 50-Gramm- und 100-­­Gramm-Barren sind unsere am häufigsten verkauften Barren. Das hängt auch damit zusammen, dass man in Österreich Anlagegold im Gegenwert von bis zu 10.000 Euro mit Barzahlung kaufen darf. Das funktioniert allerdings nur in den Filialen, nicht in einem Onlineshop mit Banküberweisung. Über die Betragsgrenze hinaus müssen wir bei in Verbindung stehenden Transaktionen selbstverständlich die Daten aus einem amtlichen Lichtbildausweis aufnehmen, die wir aber nicht weitergeben. Diese Daten unterliegen einem strengen Datenschutz. Bei Gold spielen auch steuerliche Überlegungen eine Rolle. Goldbarren sind umsatzsteuerfrei,  ein großer Vorteil gegenüber Investments in Silber- bzw. Platin- oder Palladiumbarren. Außerdem sind etwaige Kursgewinne nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist auch einkommenssteuerfrei.

Gold ist nicht gleich Gold: Auch bei der Veranlagung in Gold wird das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger. Wie trägt die Ögussa diesem Trend Rechnung?

Walz: Das Thema Nachhaltigkeit ist für die Ögussa als Scheideanstalt ein wesent­liches Thema. Gold wird seit jeher wiederverwertet. Gesammelt, geschieden, neu geschmiedet. Gemäß dem Grundsatz „Re­­duce, Reuse, Recycle“ rückt Recy­cling-Gold in Zeiten erhöhter Goldnachfrage wieder stärker in den Fokus: als beste, als ressourcenschonendste Option für faires und verantwortungsvolles Gold. Bei re­cyceltem Gold wird weder die Umwelt durch den schädlichen Abbau in den Minen erneut ­belastet, noch müssen Menschen unter ­unwürdigen und unkontrollierten Arbeitsbedingungen arbeiten. Es ist an der Zeit, die Geschichte neu zu schreiben – die Geschichte eines Stücks Gold, das irgendwann und irgendwo abgebaut wurde. Abgebaut unter Bedingungen, die wir nicht kennen und auch nicht mehr beeinflussen können. Was wir aber können: sicherstellen, dass ab sofort kein Schaden mehr entsteht. Durch das Wiederverwerten von Gold, das bereits im Umlauf ist (Urban Mining), wird kein Quecksilber und kein Zyanid im Abbau benötigt, es belastet also weder die Gesundheit von Arbeitern noch das Grundwasser. Es müssen auch keine immer noch tieferen und gefährlicheren Schächte gegraben und Menschenleben riskiert werden. Für Re­cycling-Gold wird das Edel­metall – etwa aus pri­vatem, zur Einlöse gebrachtem ­altem Schmuck oder alten Goldbarren – in verantwortungsvollen zer­ti­fizierten Scheideanstalten wie der Ögussa in höchster Reinheit wiedergewonnen. Dieses Urban Mining ist ressourcenschonend und jeder Art von Minenmaterial weit überlegen, wenn es um Sozialstandards und Umweltauswirkungen geht. 

Gold ist aktuell, auch aufgrund des steilen Kursanstieges, wieder in aller Munde. Tatsächlich hat aber Palladium bereits im ­Februar dieses Jahres ebenfalls ein neues Rekordhoch erreicht und ist laut Ihren Verkaufspreisen nun deutlich teurer als Gold. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe dafür?

Walz: Das ist korrekt; Palladium hat bis Februar dieses Jahres fast 50 Prozent an Wert zugelegt. Palladium wird unter anderem als Katalysator in der Automobilindus­trie verwendet und konnte den Zuwachs aufgrund der Pandemie nicht halten. Derzeit liegen wir bei einem Plus von ca. zehn Prozent gegenüber Anfang des Jahres. Auch wenn der Palladiumpreis seit Ende Februar wieder gefallen ist, liegt der Preis immer noch über dem des Goldes. 

Kann man Palladium ebenfalls als Investmentchance nutzen? Wenn ja, was sollte man dabei beachten?

Walz: Palladiumbarren spielen als Invest­ment im Vergleich zu Goldbarren eine eher untergeordnete Rolle, da sie im Gegensatz zu Goldbarren mit 20 Prozent Umsatzsteuer belastet sind.   ←

Copyrights: © Stephan Huger, Ögussa

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