Wachstumskurs

Immobilienentwickler 6B47 will nach dem Abgang von Peter Ulm seiner Linie treu bleiben: hochwertige Projekte in Österreich und Deutschland umsetzen.

6B47 – dieses Immobilienunternehmen schaffte es in weniger als einem Jahrzehnt, zu einer der bekannteren Marken am österreichischen und auch am deutschen Markt zu werden. Der Name soll dabei Programm sein – „six before seven“ sollte den Deutungen dieser Ziffern entsprechend für das Nachdenken vor dem Handeln stehen. Auf den Immobilienmarkt umgemünzt heißt das: Langfristige Trends sollen bei der Auswahl und Umsetzung von Projekten berücksichtigt werden. 6B47 ist damit gut gefahren, das Unternehmen hat heute knapp 100 Mitarbeiter und verfügt über ein Entwicklungsvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro. 

Umso überraschender angesichts des Wachstumskurses war dann aber der Abgang von CEO Peter Ulm, der seinen Vorstandsvertrag Ende September auslaufen ließ und sich heute seinem neuen Immobilienunternehmen Allora widmet. Die neue Führung besteht nun aus drei gleichberechtigten Vorständen: Sebastian Nitsch hat viele Agenden von Ulm übernommen, Friedrich Gruber ist für Projekte  in Österreich zuständig und Kai-Uwe Ludwig ist als Deutschland-Chef in den Vorstand nachgerückt. „Der Weggang von Herrn Ulm wurde intern früh kommuniziert und wir konnten uns darauf vorbereiten. Es gab ja schon davor ein breites Führungsteam, ich selbst bin seit dem Start von 6B47 dabei“, erläutert Nitsch im Gespräch mit assets. 

Neues Gleichgewicht

Im Prinzip wird 6B47 in Zukunft seiner Linie treu bleiben. „Der Fokus liegt auf nachhaltig guten Lagen mit innovativen Projekten und Produkten“, sagt Nitsch. Dabei werde die Mischnutzung, etwa Wohnen, Hotel und Gewerbe unter einem Dach, noch wichtiger. Und bei der neuen Assetklasse der sogenannten produktiven Stadt verfüge 6B47 ohnehin über hohes Know-how. Anpassungen gibt es indes  in geografischer Hinsicht: Das Gleichgewicht zwischen Deutschland und Österreich soll wiederhergestellt werden. „Das hat sich durch unser Wiener Flagship-Projekt Althan Quartier etwas verschoben.“ Der Hintergrund: Auf dem Gelände der ehemaligen Postdirektion im neunten Wiener Bezirk entstanden im Althan-Park neue Wohnungen; bis 2024 wird nun das Althan Quartier rund um den Franz-Josefs-Bahnhof errichtet, ein neues Stadtviertel mit Wohnungen, Büros, Geschäften, Lokalen und einem Hotel. 

In Deutschland ist 6B47 in den Metropolregionen der großen Städte und in interessanten „B-Städten wie Ingolstadt“ präsent, wie Nitsch erklärt. Dazu kommt noch Polen, wo Warschau und Wroclaw (Breslau) wichtige Märkte sind. „Unsere Stärke ist die Kombination aus globalem und regionalem Wissen. Das findet man kaum woanders. Wir können Entscheidungen rasch treffen.“ Der enge Kontakt zu Investoren bleibe wichtig, eine eigene Investor-Relationship-App sei deshalb in Ausarbeitung. Außerdem will Nitsch weiter an der Idee des „Real Estate Club“ festhalten, über den Projekte von Investoren gemeinsam mit 6B47 finanziert werden. „Das hat sich etabliert, nun kommen auch institutionelle Investoren dazu.“   ←

„Unsere Stärke ist die Kombination aus globalem und regionalem Know-how.“

– Sebastian Nitsch – 
Vorstandsmitglied 6B47

Über das Unternehmen

Der 2009 gegründete Wiener Immobilienentwickler 6B47 agiert in Österreich, Deutschland und Polen. Wohn- und Gewerbeprojekte werden neu errichtet und revitalisiert, das Projektvolumen liegt derzeit bei rund 1,8 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist bei allen Vorhaben mit eigenem Kapital dabei; außerdem werden Projekte gemeinsam mit Investoren über den sogenannten „6B47 Real Estate Club“ finanziert. Zu den bekanntesten Projekten zählen das Stadtentwicklungsprojekt Althan Quartier in Wien, der Wohnturm IN-Tower in Ingolstadt und das Geschäftshaus NewH in Düsseldorf.

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