Ausdauer als Erfolgsgarant

Seit fast 35 Jahren verfolgen die Fondsmanager bei Comgest den „Quality Growth“-Ansatz mit Verve – und großem Erfolg. Aus dem Zwei-Mann-Gründerteam ist mittlerweile ein Unternehmen mit 160 Mitarbeitern gewachsen.

Kennen Sie die Straumann Holding? Nein? Schade. Diese  Firma hat es in sich. Gegründet wurde Straumann 1954, an die Börse ging es 1998. Bis heute erzielte die Aktie ein Kursplus von mehr als 3.700 Prozent, Straumann ist ein führender Anbieter im Dentalbereich. Angesichts der demografischen Entwicklung ein durchaus einträgliches Geschäft mit hohen Wachstumsraten. 

Allein 2018 stieg das EBITDA gegenüber dem Jahr zuvor um 22 Prozent auf 361,5 Millionen Euro. Kein Ausreißer: Auch in der Vorperiode legte diese Kennzahl um 25 Prozent zu. 

Aktives Management 

Um solche Aktien zu entdecken, braucht es Verve, Feldforschung, Fachartikel, Messebesuche, Branchenkenntnis und Kontakt zur Führungsetage des emittierenden Unternehmens. „Das ist das tägliche Geschäft unserer Fondsmanager“,  sagt Dieter Wimmer, Leiter Sales Austria bei Comgest. Unterstützt werden sie von Finanzanalysten, die sich mit den Zahlen auseinandersetzen. Ziel ist es, Aktien zu finden, die den Quality-Growth-Kriterien, denen sich die Fondsgesellschaft seit ihrer Gründung 1985 verschrieben hat, entsprechen. „Wir suchen keine momentanen Highflyer, sondern Unternehmen, deren EBITDA-Wachstum pro Jahr bei zumindest zehn Prozent liegt, und das über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren. Außerdem muss es eine entsprechende Visibilität dafür geben“, erläutert Wimmer. Auch „Underlying-Trends wie etwa das Thema Entwicklung der Demografie oder Gesundheit“ spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle, so Wimmer. 

Team entscheidet 

Ist ein entsprechendes Wertpapier gefunden, folgt die nächste Entscheidungsrunde. Comgest-Fonds werden immer von einem Team geleitet – und diese Teams entscheiden, ob die Aktie in ihr Portfolio passt. „Manchmal wird mehr Information über das Unternehmen verlangt oder eine  Aktie erst nach mehreren Jahren Beobachtungszeit gekauft.“ Ziel der Fondsmanager sei eben ein konzentriertes Portfolio an Qualitätsaktien mit entsprechendem Wachstum. „Unsere Portfolios dürfen nicht zu viele Aktien enthalten. Ein zu breites Portfolio kann man nicht mehr überblicken. Deshalb machen bei unseren Fonds oft die ersten zehn Positionen gut die Hälfte des Portfolios aus.“ Die Veranlagungsstrategie ist langfristig orientiert: Aktien, die es durch den Auswahlprozess geschafft haben, sollen länger im Depot gehalten werden. „Wir sind von dem, was wir tun und wie wir die Wertpapiere auswählen, absolut überzeugt“, sagt Wimmer. Denn: Auf lange Sicht setzen sich die Fundamentaldaten durch, das Kurswachstum nähert sich dem Gewinnwachstum je  Aktie an. Zudem schätzen Märkte den Wert eines Unternehmens mit starken und nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen sowie dauerhaft überdurchschnittlichem Gewinnwachstum mitunter falsch ein. Und: Ein nachhaltiges Gewinnwachstum je Aktie verbunden mit hoher Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) und einem hohen Maß an Transparenz führt zu  überdurchschnittlichen Anlageerträgen bei unterdurchschnittlichem Risiko. Also High-Conviction-Management in seiner reinsten Form.

assets Magazin: 35 Jahre Comgest
Dieter Wimmer, Leiter Sales Austria bei Comgest: „Ein zu breites Portfolio kann man nicht mehr überblicken.“

Seit fast 35 Jahren geht Comgest konsequent diesen eigenen Weg. Obwohl algorithmenbasierte, computergesteuerte Anlagemodelle längst zum Börsenalltag gehören, die Aktien in Bruchteilen von Sekunden handeln, um selbst minimalste Gewinne mitzunehmen. Aber der Comgest-Ansatz ist nachhaltig erfolgreich, wie die Performance der Fonds zeigt. Der Comgest Growth Europe Smaller Companies Fonds, in dem auch die Aktie der Straumann Holding zu finden ist, weist auf Sicht von zehn Jahren ein annualisiertes Plus von 15,83 Prozent aus (Stand Ende Juni 2019). 

Nachhaltigkeit ist bei Comgest aber auch in anderem Zusammenhang von Bedeutung. Aus dem Unternehmen heißt es  unter anderem: „In der Anlagepolitik von Comgest ist die Berücksichtigung einer Vielzahl nicht finanzieller Analyseresultate und insbesondere von ESG-Daten fest verwurzelt.“ Comgest beschäftigt eigene ESG-Analysten, die Unternehmen diesbezüglich untersuchen. Dass die Fondsgesellschaft die Prinzipien verantwortungsbewussten Investments ernst nimmt, zeigt der UN PRI Score „A+“, das höchste erreichbare Rating nach PRI (= Principles for Responsible Investment, eine Investoreninitiative in Partnerschaft mit der UNEP Finance Initiative und dem UN Global Compact). Die Einhaltung von ESG-Kriterien ist unmittelbar dem Anlageerfolg dienlich, ist man bei Comgest überzeugt. Weil: „Mit herkömmlichen Analyseverfahren lassen sich einige besonders extreme Risiken (sogenannte Black-Swan-Ereignisse) nur unzureichend erkennen. Dank unserer langjährigen Erfahrung und hohen Risikoaversion wissen wir jedoch, dass bestimmte ESG-Signale, wie z. B. eine mangelhafte Unternehmensethik, die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses erhöhen.“ 

Wer einen langfristigen und nachhaltig orientierten Investmentansatz verfolgt, muss sich manchmal in Geduld üben. Bei Comgest heißt es dazu explizit: „Kurzfristig denkende Anleger neigen dazu, den Wert reinvestierter Erträge zu unterschätzen. Zudem wissen sie oft nur wenig über die Unternehmen, in die sie investieren.“ 

Ausdauer und Grundrauschen

Bei Comgest setzt man lieber auf Kontinuität. „Unsere längste Position halten wir schon an die 30 Jahre“, sagt Wimmer. „Das mitunter höchst volatile Geschehen an den Börsen versuchen wir so weit wie möglich auszublenden“, erzählt er, „die Volatilität gehört zum Grundrauschen an den Märkten.“ Für eine so ruhige Hand, die auch in turbulenten Zeiten nicht zittert, braucht es eine Menge Erfahrung. Und über diese verfügen die Fondsmanager bei Comgest allemal. Im Schnitt bringen sie es auf eine Berufserfahrung von 16 Jahren. Für die Treue der Comgest-Mitarbeiter sorgt eine in der Finanzwelt recht rare Regelung. Die Gesellschaft gehört den Mitarbeitern selbst. „Jeder der derzeit rund 160 Mitarbeiter kann sich nach zwei Jahren Zugehörigkeit am Unternehmen beteiligen“, erzählt Wimmer. „Er muss die Aktien allerdings kaufen. Meist geschieht dies, indem er etwa einen Teil seiner Boni investiert.“ Der Gedanke dahinter: Wer selbst an seinem Arbeitgeber beteiligt ist, identifiziert sich mit dessen Grundsätzen und achtet darauf, dass es dem Unternehmen gut geht. Und natürlich auch den Anlegern, die Comgest die Grundlage dessen zur Verfügung stellen, wovon das Unternehmen lebt: Anlagegeld. Und das ist gar nicht mal so wenig. Aktuell veranlagt Comgest an die 30 Milliarden Euro für seine Kunden, davon stammen immerhin 40 Prozent aus dem Wholesale-Bereich. Rund 60 Prozent des Anlagevolumens stammen von institutionellen Kunden. Dabei zählt die Fondsgesellschaft nicht zu jenen Unternehmen, die mit allen Mitteln permanent neue Anlagegelder einwerben will. „Wir streben bewusst nicht danach, jedem Anleger alles zu bieten. Indem wir unsere Optionen verringern und uns auf einen Anlagestil, nämlich Qualitätswachstum, konzentrieren, können wir effizienter arbeiten und besser Gründe für unsere Erfolge und Misserfolge nachvollziehen.  Unsere Erfahrung zeigt: Vermögensverwalter, die sich auf nichts festlegen wollen, laufen Gefahr, nichts zu bieten, was Anleger wirklich haben wollen“, heißt es in den Grundsätzen des Unternehmens. Dieter Wimmer: „Wir wollen nicht überheblich klingen, aber wir sind von dem, was wir tun und wie wir es tun, überzeugt. Diesen Weg kann nicht jeder nachvollziehen. Das verstehen wir, aber deshalb werden wir den eingeschlagenen Weg nicht verlassen.“   ←

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